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Aachener Zeitung - 07.05.2003:
Polizei ermittelt: Jungen Hund erschossen? 68-jähriger Mann unter Verdacht - Blutspuren und Patronenhülsen im Auto als Indizien

Aachen. Hat ein Mann quasi auf offener Straße einen jungen Hund erschossen? Diesen Verdacht hegt die Polizei und ermittelt nun gegen den 68-Jährigen, der einen Jagdschein besitzt, wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.
Eine Hundebesitzerin hatte sich nach Polizeiangaben am Montag um 22 Uhr an die Behörde gewandt und um Hilfe gebeten. Nach ihren Angaben war sie gegen 19.15 Uhr am Finkenhag in Orsbach mit ihrem sechs Monate jungen beige-braunen Labrador-Beagle-Mischlingshund unterwegs. Das Tier war nicht angeleint.

Der Hund tobte auf dem Weg mit zwei ausgewachsenen Hunden. Als sich die Tiere mehr und mehr entfernten, kehrte die Frau um. Die 48-jährige Aachenerin sah noch, dass auch ihr Hund umkehrte. Wenig später war der Welpe jedoch nicht mehr zu sehen. Als die Hundehalterin nach Hause ging, um mit dem Fahrrad nach dem Tier zu suchen, traf sie auf eine Spaziergängerin, die schilderte, dass sie ein Auto gesehen habe, neben dem ein Hund lief. Plötzlich habe sie einen Schuss gehört. Weiter konnte sie beobachten, dass der Fahrer die Heckklappe des Autos öffnete und etwas in den Laderaum lud. Danach sei der Pkw in Richtung eines Hauses gefahren.

Polizeibericht
Auf dem Weg sah die Frau Blutflecken, die die Schilderung der Spaziergängerin bestätigten. Gemeinsam mit ihrem Mann suchte die 48-Jährige das Anwesen auf. An der Türe wurde sie abgewiesen. Erkennen konnte sie jedoch auf dem weitläufigen Gelände den beschriebenen Wagen. Jetzt wurde die Polizei eingeschaltet. Die Beamten klingelten ebenfalls am Anwesen. Geöffnet wurde den Ordnungshütern durch den Verdächtigen. Der 68-jährige gab lediglich an, den Pkw wegen eines Defektes in eine Werkstatt gebracht zu haben. Weiter wollte er sich nicht zum Sachverhalt äußern.
Tatsächlich entdeckten die Polizisten den Wagen. An der hinteren Stoßstange waren kleine, frische Blutspritzer zu erkennen. Im Fahrzeug selber lag eine Decke, ebenfalls mit kleinen Blutflecken versehen, und daneben einige leere Patronenhülsen. Diese Hülsen sowie die Decke wurden als Beweismittel sichergestellt. Teilweise konnten die Ermittler Blutflecken und kleinere Gewebespuren zu Vergleichszwecken sicherstellen. Von dem Welpen allerdings fehlte jede Spur. Die Ermittlungen laufen. Dem Beschuldigten drohe eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, wenn nachgewiesen werde, dass hier "ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet" worden ist. So stehe es im Gesetzestext


Hinweis: Die Ansichten, die in den hier angezeigten Presseartikeln wiedergegeben werden, entsprechen nicht unbedingt den Ansichten des Bündnisses für die Schließung der Nerzfarm-Orsbach. Sie werden hier lediglich deswegen gezeigt, damit sich jedeR darüber informieren kann, was in der lokalen Presse über die Nerzfarm und die Proteste dagegen berichtet wurde.
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