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Presse
Aachener Nachrichten - 22.01.2003:
Orsbacher Nerzfarmer hat Widerspruch eingelegt

Ordnungsverfügung der Stadt – Regierungspräsident muss entscheiden – Gerichtsverfahren wahrscheinlich

Von Nachrichten-Redakteur Ernst Schneiders

Aachen. Erwartungsgemäß hat der Betreiber der Pelzfarm in Orsbach Widerspruch gegen die Ordnungsverfügung der Stadt Aachen eingelegt, mit der er aufgefordert wurde, die Käfige für die Nerze zu vergrößern. Über den Widerspruch entscheidet der Regierungspräsident.

Das Ordnungsamt hatte, wie mehrfach berichtet, die Ordnungsverfügung erst nach längerem und den Tierschützern nicht nachvollziehbarem Zaudern und Zögern auf Druck dem Landesumweltministeriums auf den Weg gebracht – in banger Erwartung des angekündigten Wiederspruchs aus Orsbach. Jetzt hat der Regierungspräsident das Wort, der den Widerspruch mit ziemlicher Sicherheit zurückweisen wird.

"Ein Pelzmantel ist ein Friedhof auf dem Rücken einer Frau."
Brigitte Bardot Tierschützerin

Damit stände einer gerichtlichen Auseinandersetzung nichts mehr im Wege, denn der Nerzfarmer wird, um den Ultimo in Orsbach zu verhindern, das Gericht anrufen. Mit dem Ziel, die sofortige Vollziehung der Ordnungsverfügung zu stoppen. Darüber entscheidet dann der Kadi.
Während die Tierschützer diesem Prozess mit großer Hoffnung entgegensehen, erbosen sie sich noch immer, dass die Stadtverwaltung die illegalen Fuchstransporte nicht als Ordnungswidrigkeit geahndet hat, sondern sich mit einer nachträglichen Vorlage der fehlenden Papier zufrieden gab.
Erst nach massivem öffentlichem Druck des Bündnisses zur Schließung der Nerzfarm, so dessen Sprecherin Elisabeth Heß, habe die Stadtverwaltung eingeräumt, dass Bescheinigungen fehlten. Inzwischen müsse man davon ausgehen, dass die Stadt Aachen wenig Interesse am Schutz der Tiere habe. Heß: "Da nützt es auch nichts, wenn Vertreter der Stadt erklären, sie seien keine Komplizen des Nerzfarmers."
Anfang bis Mitte der 90er Jahre hatten die Anstrengungen der Tierschützer großen Erfolg, von den damals etwa 180 Nerzfarmen in Deutschland überlebten nurmehr etwa 30. Inzwischen hat die Pelzindustrie mit Hilfe von Modedesignern Pelz wieder in die Kollektionen gebracht. Auch der Protest derer, die sie vorführen ist vielfach verraucht. Models, die sich noch Mitte der 90er als Pelzgegner outeten, hüllen sich inzwischen wieder in Tierhäute.
Einen Lichtblick gab es für die Tierschützer im vergangenen September: Die Karstadt Quelle AG mit ihren Warenhäusern, Versandhäusern und konzerneigenen Fachgeschäften Karstadt, Quelle, Neckermann, Sinn-Leffers und Wehmeyer stellte den Verkauf von Echtpelzen ein. Vorhandene Bestände sollen jedoch noch bis zum Ende dieses Jahres ausverkauft werden. Und gemeint sind alle Artikel, die in irgendeiner Weise mit Pelz in Berührung kommen.


"Qualvolles Leben"

Der Bundesverband Tierschutz weist unterdessen auf ein Tierschutzvideo hin, in welchem Nerze schreiend aus dem Mantel springen und die Pelzträgerin über und über befleckt ist mit Blut. Kommentar des Verbandes: "Diese Vorstellung müssen wir wieder in die Köpfe der Pelzträgerinnen und derer, die es werden möchten, hineinbekommen. Es waren Tiere, unsere Mitgeschöpfe, die ein qualvolles Leben hatten und noch qualvoller sterben mussten, um der Mode willen".

Kommentar dazu Seite 13



Hinweis: Die Ansichten, die in den hier angezeigten Presseartikeln wiedergegeben werden, entsprechen nicht unbedingt den Ansichten des Bündnisses für die Schließung der Nerzfarm-Orsbach. Sie werden hier lediglich deswegen gezeigt, damit sich jedeR darüber informieren kann, was in der lokalen Presse über die Nerzfarm und die Proteste dagegen berichtet wurde.
Nerzfarm-Orsbach schließen!