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| Aachener Nachrichten - 21.11.2002: |
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| „Pelz befriedigt lediglich Eitelkeiten“ |
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SPD-Ratsfrau Renate Coracino zum Thema Nerzfarm: Der Bundesgesetzgeber muss handeln
Von Nachrichten-Redakteur Ernst Schneiders
Aachen. Nach den Grünen hat auch die SPD-Ratsfraktion die Initiative ergriffen, um die Zustände in der Nerzfarm in Orsbach aufzuhellen. Über Ministerin Ulla Schmidt soll auch der Bundesgesetzgeber in Wallung gebracht werden.
Denn nur dort, so SPD-Umweltfachfrau Renate Coracino, kann das Problem Pelztierfarmen generell gelöst werden, mit dem Ziel es anderen Pelzfarm freien Staaten in Europa gleichzutun. Eine Initiative der rot-grünen Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode ist allerdings am konservativen Veto im Bundesrat gescheitert.
Im aktuellen Fall Orsbach erwartet die Sozialdemokratin vom Farmbetreiber die geforderte Vergrößerung der Käfige bis zum Jahresende und von der Verwaltung konsequentes Handeln, ihre Fraktion erwartet eine permanente Unterrichtung: "Hier ist sicherlich eine Güterabwägung vonnöten, einerseits das Existenzrecht des Farmbetreibers, andererseits das im Grundgesetz verankerte Grundrecht der Tiere auf Leben und auf artgerechte Haltung."
Langes Aktenstudium
Das Dilemma, so Coracino: Vergrößert der Farmbetreiber die Käfige wie in der Ordnungsverfügung verlangt, erfüllt er damit Recht und Gesetz. Die verlangte Käfiggröße sei mit Blick auf den Bewegungsradius von Nerzen in freier Wildbahn allerdings „ein Witz". Renate Coracino: "Es kann nicht sein, dass junge Nerze ihr kurzes Leben auf einem Gitterrost verbringen und durch diesen Rost koten müssen, damit ihre Felle nicht beschmutzt werden.“
Die rote Ratsfrau rät allen, "die meinen, Pelze tragen zu müssen, beim Töten der Tiere zuzuschauen". Im gemäßigten Klima Mitteleuropas sei es nicht nötig, Pelze zu tragen, da gebe es hinreichend geeignete Textilien.
Coracino, die viele Stunden mit dem Studium der Nerzfarm-Akten im Rathaus zugebracht hat: "Das Tragen von Pelzen ist kein Grundbedürfnis des Menschen, es befriedigt lediglich Eitelkeiten." Deshalb, siehe vorne, müsse der Bundesgesetzgeber ran.
Und womöglich habe die Union inzwischen auch gemerkt, dass sie mit ihrer Ablehnung seinerzeit im Bundesrat auf dem Holzweg war.
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| Hinweis: Die Ansichten, die in den hier angezeigten Presseartikeln wiedergegeben werden, entsprechen nicht unbedingt den Ansichten des Bündnisses für die Schließung der Nerzfarm-Orsbach. Sie werden hier lediglich deswegen gezeigt, damit sich jedeR darüber informieren kann, was in der lokalen Presse über die Nerzfarm und die Proteste dagegen berichtet wurde. |
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