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Presse
Aachener Nachrichten - 21.11.2006:
Nerzfarm in Orsbach ist "für uns Aachener beschämend"

Demonstration richtet sich gegen mutmaßliche Tötung von 30.000 Tieren

Aachen. "Ende November ist Erntezeit." Aus der Art, wie Birgit Wintersteller-Kordic diesen Satz sagt, kann man schon heraushören, dass es sich nicht um eine harmlose Gemüseernte handelt, sondern um ein blutiges Geschäft: Denn in diesen Tagen sollen in Orsbach, so glaubt die Tierschutzbeauftragte des Aachener Tierheims, wieder Tausende von Nerzen geschlachtet werden. Mehr als die Hälfte der dort lebenden 30.000 Tiere sollen getötet werden, befürchtet die Tierschützerin. "Und das nur für Pelze, einen Luxusartikel".
Mit ihr demonstrieren am Samstagmittag etwa dreißig Personen in der Aachener Innenstadt. Auf Transparenten forderten sie die Schließung der Farm. "Schluss mit der Tierquälerei in der Pelzfarm Orsbach" war auf den Transparenten zu lesen. Oder: "Nerzfarm Orsbach - für uns Aachener unmoralisch und beschämend." Das Tierschutzgesetz berbiete ihrer Meinung nach den Betrieb einer solchen Farm. Denn das Töten von Tieren sei nur mit einem vernünftigen Grund erlaubt, zum Beispiel für Lebensmittel, so Wintersteller-Kordic, aber nicht für die Herstellung von Luxusartikeln.

Kritik am Veterinäramt

Der Stadt Aachen, insbesondere dem Veterinäramt, wirft sie vor, die Kontrollen in dem Betrieb nur sporadisch und "nach zig Briefen von uns" vorzunehmen. "Denen ist die Existenz des Betriebes wichtiger als die Qualen der Tiere", schimpft sie.
Unter den Demonstranten war auch UWG-Ratsherr Horst Schnitzler. Er hat im August letzten Jahres im Umweltausschuss einen Antrag gestellt, über ein Gutachten die Rechtswidrigkeit des Betriebes feststellen zu lassen. Als Experte schlug er den Rechtsanwalt Dr. Eisenhart von Loeper vor, der mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet sei, so Schnitzler.
Obwohl das Gutachten für die Stadt kostenlos gewesen sei, habe man den Antrag unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt, ärgert er sich. Auch von einer Begehung der Farm "zur Erlangung von Transparenz in dem seit Jahren laufenden Fall" wollte der Ausschuss damals nichts wissen.


Anmerkungen zu dem Artikel:

Es leiden ca. 31.000 Nerze in Orsbach. 1.000 männliche, 5.000 weibliche Zuchttiere und 25.000 Tiere die jedes Jahr per Gas ermordet werden.


Hinweis: Die Ansichten, die in den hier angezeigten Presseartikeln wiedergegeben werden, entsprechen nicht unbedingt den Ansichten des Bündnisses für die Schließung der Nerzfarm-Orsbach. Sie werden hier lediglich deswegen gezeigt, damit sich jedeR darüber informieren kann, was in der lokalen Presse über die Nerzfarm und die Proteste dagegen berichtet wurde.
Nerzfarm-Orsbach schließen!