Hier die Antwort von Sabine Verheyen (CDU) auf den Brief vom 28. August bezüglich Ihrer Kadidatur zur Oberbürgermeisterin am 26.09.2004 in Aachen.
Aachen, 13. September 2004
Sehr geehrte Frau Kraft,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 28. August 2004. Sie sprechen darin ein äußerst umstrittenes Thema an: die Nerzfarm in Aachen-Orsbach.
Ich darf Ihnen sagen, dass die Farm sofort geschlossen würde, wenn es nach meiner persönlichen Meinung ginge. Ich bin grundsätzlich gegen Pelztierhaltung, habe noch nie einen Pelzmantel besessen, und könnte mir auch nicht vorstellen, mir einen zuzulegen.
Leider ist es wie sie wissen nicht immer möglich, die persönliche Meinung zu 100 % umzusetzen. Ich habe mich auf Ihren Brief hin noch einmal beim Umweltamt informiert, und Fakt ist, dass die Nerzfarm gegen kein in NRW geltendes Gesetz verstößt. Einzige Ausnahme ist, dass die Käfiggrößen nicht dem festgelegten Standard entsprechen. Dagegen ist die Stadt Aachen schon letztes Jahr vorgegangen. Da es sich hierbei jedoch nicht um einen Verstoß gegen kommunale, sondern europäische Auflagen handelt, wurde ein Sofortvollzug vom Gericht gestoppt. Wann eine endgültige Entscheidung fällt, kann derzeit niemand sagen. Hier sind die deutschen Gesetzgeber gefordert, uns die Mittel an die Hand zu geben, etwas zu tun.
Solange sich die Betreiber der Nerzfarm an die geltenden Gesetze halten, sind wir verpflichtet, die Rechtmäßigkeit dieses Betriebes zu akzeptieren, ob uns dies gefällt oder nicht. Gesetzesverstöße können allerdings nicht toleriert werden. Ich versichere Ihnen, dass ich auch in Zukunft, egal ob als Bürgermeisterin oder Oberbürgermeisterin unserer Stadt, alles dafür tun werde, dass die rechtlichen Vorgaben im Bereich der Tierhaltung und des Tierschutzes genauestens eingehalten werden.
Mit freundlichen Grüßen,
(S. Verheyen) |